Anzeichen von Föhnwetterlagen

Die Ausbildung einer Föhnwetterlage erkennen die Meteorologen schon im Vorfeld, wenn sich auf der einen Seite der Alpen ein Hochdruckgebiet und auf der anderen Seite ein Tiefdruckgebiet befindet. Wind entsteht immer aus dem physikalischen Bestreben heraus, zwischen diesen beiden Wettergebieten einen Druckausgleich herstellen zu wollen. Allerdings sorgt das Hindernis Gebirge dafür, dass sich in diesem Fall eine Besonderheit entwickelt.

Die Luftmassen des Hochdruckgebietes müssen auf ihrem Weg zum Tiefdruckgebiet aufsteigen, wenn sie die Berge überwinden möchten. Dabei sinkt die Temperatur ab und die als Regen oder Schnee auf die Erde fallende Feuchtigkeit nimmt einen Teil der in der Luft enthaltenen Energie mit. Durch den Druck der nachschiebenden Luftmassen wird sie über die Bergrücken gedrückt, ehe die komplette überschüssige Feuchtigkeit abgeregnet werden konnte. Dadurch entstehen kleine Wolkenstücke, die sehr oft mit UFOs verwechselt werden, weil sie die Form einer plattgedrückten Ellipse haben und sehr standortstabil sind. Diese charakteristischen Wolken finden sich immer in geringer Entfernung zum Gipfel und zwar auf der Seite, auf der ein Föhnwind zu Tale rauscht.

Aus der Richtung, in der der Föhn zu erwarten ist, sieht man meist auch eine Wolkenwand am Gipfel stehen. Obwohl man den Wind spürt, scheinen die Wolken nicht von der Stelle zu kommen. Das tun sie auch nicht, weil sie sich auf der anderen Seite der Bergkette erst abregnen oder abschneien müssen, ehe die Luftmasse den Gipfel passieren kann. Aus dieser Wolkenwand lösen sich die „Föhnfische“, auch Lenticulariswolken genannt, durch den nachdrückenden Wind heraus und schweben seifenblasengleich am Himmel.