Die Besonderheiten des Alpenklimas

Das Klima der Alpen weist einige Tücken auf, die man unbedingt kennen sollte, wenn man sich in dieser Region ohne ortskundigen Führer bewegen möchte. Auch die Folgen der bisher schon eingetretenen Klimaveränderungen können dem Unkundigen zum Verhängnis werden, wenn er in den Bergen unterwegs ist.

Dabei sind nicht nur die zahlreichen Geröllhalden gemeint, die sich auf Grund der wetterbedingten Erosion überall bilden können. Granit, Gneis, Schiefer und Kalk können durch eintretendes Wasser und schließenden Frost auseinander gesprengt werden. Stürme verursachen so genannte Windbruchzonen, wo sämtliche Bäume wie Streichhölzer einfach umgeknickt werden und in einem wirren Chaos durcheinander liegen. Sowohl die Geröllhalden als auch die Windbrüche bergen nicht nur die Gefahr, sich verletzen zu können, sondern sorgen auch dafür, dass einige Wanderer den Rückweg nicht finden. Auf die Rettung durch das Handy sollte man hier nicht bauen, wenn es nicht ausschließlich auf Satellitenbasis funktioniert.

Sowohl Geröll als auch loser Schnee und ganze Eisplatten können sich lösen und zu Tale rasen. Wer dann nicht weiß, wie er schnell reagieren und sich schützen kann, für den kommt oft jede Hilfe durch die Bergwachten zu spät. Auch Schlammlawinen und Überschwemmungen sind in den Alpen keine Seltenheit. Sie können sogar durch ganz kurzfristige und lokal eng begrenzte Wetterereignisse ausgelöst werden.

Deshalb sollte man den Himmel und besonders die Wolken- und Windverhältnisse bei seinen Wanderungen immer gut im Auge behalten, denn sie geben schon frühzeitig Auskunft über bevorstehende Veränderungen. Wetterfeste farbefrohe Kleidung und eine kleine Notration sollte zum festen Bestandteil des Marschgepäcks werden, denn die Bergwachten haben nicht in jeder Situation die Chance, verunfallte Wanderer und Bergsteiger sofort bergen zu können, weil bei bestimmten Wettersituationen nicht mit dem Hubschrauber geflogen werden kann.