Das Wetterphänomen Föhn

Als Föhn wird eine Art des Windes bezeichnet, die im Windschatten eines jeden Gebirges entstehen kann. Je höher das Gebirge ist, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass hier Föhnwinde entstehen. Bei den Alpen kommt noch verstärkend hinzu, dass sie auf Grund ihrer Höhe auch als europäische Wasserscheide fungieren. Die Wolken- und Niederschlagsbildung trägt einen entscheidenden Anteil zur Föhnbildung bei.

Der charakteristische Föhn entsteht immer an der Leeseite eines Gebirgszuges. Der Begriff „Lee“ stammt eigentlich aus der christlichen Seefahrt und bezeichnet die Seite eines Schiffes, die dem Wind abgewandt ist. Schon im Jahr 1943 haben die Geologen und Physiker De Rodder und Ficker eine Grafik erarbeitet, aus der man sehr schön sehen kann, wie eine Föhnwetterlage entstehen kann.

Die Voraussage von Föhnwetterlagen nimmt heute einen wichtigen Stellenwert ein, denn es gibt sehr viele Menschen, die bei diesem lokal oder großflächig auftretenden Wetterphänomen gesundheitliche Schwierigkeiten bekommen. Als typische Beispiele seien hier stellvertretend die Asthmatiker und Rheumatiker genannt. Auch Migränepatienten klagen über zunehmende Beschwerden bei Föhnwetterlagen.

Föhnwetterlagen kündigen sich durch bestimmte Luftdruckverhältnisse auf beiden Seiten des betroffenen Gebirgszuges an, doch man muss kein Meteorologe sein und Isobaren lesen können, um Hinweise auf eine aktuelle oder unmittelbar bevorstehende Föhnausbildung bekommen zu können. Es gibt ganz charakteristische Wolkenformationen, aus denen auch der meteorologische Laie eine Föhnsituation korrekt erkennen kann.

Der Föhn wird auch gerne von Segelfliegern und Glideschirmspezialisten ausgenutzt, denn in der Nähe der Berge entsteht dann ein schöner Auftrieb, den man nutzen kann, um lange in der Luft zu bleiben. Allerdings sollte man sich gut damit auskennen, denn durch lokal begrenzte Verwirbelungen von Luftmassen können sich erhöhte Gefahren ergeben.