Das Gesamtklima der Alpen

Das Gesamtklima der Alpen verändert sich, so viel steht auf jeden Fall fest. Bestätigt wird das durch die so genannte Hockey Stick Kurve, die den Temperaturverlauf der letzten beiden Jahrtausende aufzeigt. Bis zur industriellen Revolution an der Schwelle zum zwanzigsten Jahrhundert fiel die globale jährliche Durchschnittstemperatur kontinuierlich leicht ab. Ab etwa 1910 ist ein deutlicher Anstieg zu verzeichnen, der sich natürlich auch in den Alpen bemerkbar macht.

Nun steht die Frage, ob der Mensch dafür verantwortlich ist oder ob es die ganz natürlichen Schwankungen der Durchschnittstemperaturen sind, die es im Verlaufe der erdgeschichtlichen Entwicklung schon mehrfach gegeben hat. Dabei braucht man nur an die Eiszeiten zu denken. Sicher ist eine Steigerung um etwa ein Grad Celsius eine Veränderung, die nicht unbeachtet bleiben sollte, aber ob sie wirklich ausschließlich dem Treibhauseffekt und dem Ozonloch zuzuschreiben ist, dabei sind sich die Wissenschaftler noch immer nicht ganz einig.

Fakt ist auf jeden Fall, dass in den Medien kräftig übertrieben wird. Neuere Klimamodelle gehen davon aus, dass die Erderwärmung in den nächsten Jahren nicht mehr ganz so schnell vor sich gehen wird wie bisher. Einige Klimatologen schreiben die Erwärmung zu einem großen Teil sogar der Erhöhung der Sonnenaktivität zu, die in den letzten Jahrzehnten mehrfach auch zu Störungen im Funknetz und in der auf geostationären Satelliten basierenden Kommunikation geführt hat.

Schaut man sich die Alpen insgesamt an, stellt man natürlich fest, dass die Gletscher an einigen Stellen kleiner werden. Doch wenn man sich andererseits Ereignisse wie die todbringenden Lawinen von Galtür anschaut, dann wird schnell klar, dass es an fehlenden Schneefällen nicht liegen kann. Auch spielt bei der Gletscherbildung und Gletschererosion der Wind eine entscheidende Rolle. Je stärker der Wind ist, desto mehr Schnee wird abgetragen und in die Täler geweht. Hinzu kommt hier der Fakt, dass die Alpen noch immer arbeiten, wie der Volksmund sagen würde. Die Gipfel heben sich immer noch langsam aber stetig. Über die Jahrtausende hinweg wirkt sich auch dieser Faktor auf die Gletscherbildung aus.