Die Entwicklung der Gletscher im Zuge des Klimawandels

Das die Gletscher der Alpen auf einem rasanten Rückzug sind, ist unbestritten. Das beweisen Vermessungen, die zunehmend auch mit der Unterstützung von Satelliten durchgeführt werden. Dabei wird vor allem die Ausdehnung unter die Lupe genommen, denn die Entwicklung der Höhe wird durch die noch immer stattfindende Auffaltung der Alpen verfälscht.

Fest steht, dass die Erde auf eine Warmperiode zumarschiert, die im Abstand von etwa 900 bis 1000 Jahren in der Erdgeschichte schon mehrfach aufgetreten ist. Auch komplett eisfreie Alpengipfel wären in der Entwicklungsgeschichte nicht neu. Den Höhepunkt der „Modernen Warmzeit“, die von Klimatologen auch als Klimaoptimum bezeichnet wird, erwarten die Forscher um das Jahr 2100 herum. Viele Faktoren, die heute in den Medien als Folge des menschlichen Zutuns zum Klimawandel ausgeschlachtet werden, gehen schlicht auf diese rhythmisch auftretenden Klimaschwankungen zurück.

Aber den Gletschern der Alpen macht der Mensch sehr direkt zu schaffen. Die Stichworte Luftverschmutzung und Feinstaubpartikel sind heute in aller Munde. Sie tragen ein ganzes Stück zum schnellen Rückzug der Gletscher bei. Der Wind bringt sie nämlich aus allen Richtungen heran und ein Teil von ihnen lagert sich auch auf den Gletschern ab. Das führt dazu, dass ein wesentlich geringerer Teil der Sonnenstrahlung reflektiert und ein höherer Anteil aufgenommen wird. Dadurch steigen die Temperaturen in den Gletschern und sie tauen schneller ab.

Andererseits sorgt der Klimawandel aber auch dafür, dass in diesen Regionen mehr Schnee fällt, der das Defizit der Gletscher eigentlich wieder abbauen müsste. Um aus Lockerschnee einen Gletscher zu machen, müsste dieser allerdings mehrfach verharschen. Hier kommt der Wind ins Spiel. Die bisher noch recht geringen Klimaänderungen haben dazu geführt, dass die Windintensität zeitweise deutlich erhöht ist. Der Wind kann den Loseschnee von den Gipfeln wegpusten und in die Täler tragen. Somit entsteht das Defizit der Gletscher auch durch die Abtragung möglicher Anlagerungen.