Die Jahreszeiten in den Alpen

Die räumliche und klimatische Gliederung der Alpen wirkt sich natürlich auch auf die Jahreszeiten und daraus folgend auf die Verbreitung von Pflanzen- und Tierarten aus. Während die Alpenrandgebiete in allen vier Jahreszeiten starke Ähnlichkeiten mit den sie umgebenden Bereichen des Alpenvorlandes und dem Flachland aufweisen, gestalten sich die Jahreszeiten im Inneren der Alpen völlig anders. Von einem echten Sommer kann man auf den höchsten Gipfel eigentlich gar nicht sprechen, weil es hier auch Bereiche mit Permafrost gibt.

Der Ablauf und die Unterschiede zwischen den Jahreszeiten werden von verschiedenen Faktoren beeinflusst. Das sind Windverhältnisse, aber auch vorhandene Gletscher und Seen, die ihren Einfluss auf die Temperatur und die Luftfeuchtigkeit und damit auch auf die Niederschlagsmengen geltend machen. Damit verändert sich je nach Standort auch die Dauer der jeweiligen Jahreszeiten.

Außerdem gibt es in den Alpen einige Wetterphänomene, die in jeder Jahreszeit auftreten können und die durch die geologische Strukturierung der Alpen verursacht werden. Aus einigen Richtungen können die Luftmassen leichter bis ins Innere des Gebirges vordringen als aus anderen. Das ist vor allem in Ost- West Richtung der Fall, was mit der Struktur der Höhenzüge und Täler zusammen hängt.

Schaut man sich die Gebirgsketten auf einer Karte an, stellt man fest, dass sie mit kleinen Abweichungen in Ost- West Richtung verlaufen. Das bedeutet, dass Luftmassen aus dem Westen oder dem Osten leichter hindurch geschleust werden können, während die Luftmassen aus dem Süden und dem Norden die Bergketten überwinden müssen. Dort machen auch die globalen Windsysteme ihren Einfluss auf den Ablauf der Jahreszeiten geltend. Auch die Auswirkungen der als globales Förderband bezeichneten Meeresströmungen sind hier zu spüren.