Die klimatische Gliederung der Alpen

Die Gliederung des größten europäischen Gebirges hinsichtlich des Klimas entspricht weitgehend der geologischen Gliederung. Unterschieden wird in die Westalpen, die Ostalpen und die Zentralalpen, wobei die Zentralalpen aus meteorologischer Sicht noch in Nordalpen, mittlere Alpen, Südalpen sowie das dazugehörige Alpenvorland unterteilt werden müssen. Diese Gliederung ergibt sich aus den Einflüssen, die in den genannten Regionen das Wetter bestimmen.

Dass man eine zusätzliche Unterscheidung bei den Zentralalpen von Norden nach Süden macht, hat einen guten Grund. Von Deutschland her beeinflussen skandinavische und nordatlantische Luftströmungen das Wettergeschehen im Norden der Alpen. Von Süden her kommen Luftmassen, die über dem afrikanischen Kontinent erhitzt und auf dem Weg über das Mittelmeer mit Wasser angereichert worden sind. Doch beide Strömungen schaffen es nicht bis in die Zentralmassive der Alpen, weil sie einen enormen Höhenunterschied zu überwinden haben. Die Querrillen, die man auf einer Weltraumaufnahme der Alpen deutlich sieht, lassen es aber andererseits zu, dass die Westwinde und Ostwinde eindringen können.

Die Westalpen haben ein eher gemäßigteres Klima, wie man es von Mitteleuropa her kennt, während die Ostalpen ein Wettergeschehen mit starken kontinentalen Einflüssen vorzuweisen haben. Das heißt, dass sich in den mittleren Alpen ein Gefälle bei den durchschnittlichen Niederschlagsmengen von West nach Ost zeigt. Ein solches Gefälle findet sich auch in Nord- Süd Richtung. Allerdings würde man bei einem Schnitt in dieser Richtung eine pfeilartige Spitze bekommen, die nach unten zeigt, weil die Niederschlagsmengen in den nördlichen und südlichen Regionen höher sind als in der Mitte.

Bei den durchschnittlichen Temperaturen findet man ein Gefälle, das sich in Abhängigkeit zur jeweiligen Höhenlage zeigt. Logisch, je höher man kommt, desto kühler wird es. Davon sollte man sich aber nicht täuschen lassen, denn auf den Gipfeln kann man sich auch an eisigen Wintertagen einen Sonnenbrand holen, weil ein Teil der schützenden Luftschicht auf Grund der Höhe fehlt.