Lokale Föhnereignisse in den Alpen

Was sich als Großwetterlage über den gesamten Alpen ausbilden kann, ist natürlich auch in kleinem Maßstab möglich. Ursache sind immer Luftdruckunterschiede, die sich zwischen den beiden Seiten eines Berges ergeben können. Sie können allein schon durch den Wind entstehen. Drückt der Wind auf die eine Seite eines großen Berges, schiebt er auch die Wolken mit hoch. Diese regnen sich auf ihrem Weg nach oben ab und verlieren so Energie, was dazu führt, dass sich die Luft kontinuierlich abkühlt.

Fällt die Luft auf der anderen Seite des Berges wieder herunter, erwärmt sie sich, weil in ihr nicht mehr so viel Feuchtigkeit enthalten ist, über die ein Ausgleich erfolgen könnte. Die Erwärmung beim Abfallen geht deutlich schneller als die Abkühlung auf der anderen Seite des Berges stattgefunden hat. Dadurch sind die trockenen Fallwinde immer deutlich wärmer als die Umgebung. Deshalb kann es auch sein, dass man in den Übergangsjahreszeiten Frühling und Herbst auf der einen Seite eines Berges Schnee findet und es auf der anderen Seite trocken ist.

An den auf den Bergen liegenden Schneemassen und Gletschern kann man deshalb in den Alpen auch gut feststellen, aus welchen Richtungen bevorzugt der Wind weht. Er kommt deutlich häufiger aus den Richtungen, in denen man auf den Bergen Schneeanlagerungen oder allgemein eine höhere Feuchtigkeit findet. Diese ungleiche Verteilung findet man auch bei den Quellen und Bächen, die von den Bergen ins Tal führen. Das und die Höhe der die Alpen durchziehenden Gipfel führen dazu, dass die Alpen gleichzeitig die wichtigste Wasserscheide Europas darstellen.