Die klimatischen Besonderheiten des Mont Blanc

Der Mont Blanc ist mit 4.808 Metern der höchste Berg, den man in den Alpen findet. Das und seine geografische Lage in den Westalpen sorgen dafür, dass das Wetter hier fast unberechenbar ist. Das haben schon viele Bergsteiger auf ihrem Weg zum Gipfel zu spüren bekommen.

Weil die Savoyer Voralpen die Höhe der Mont Blanc Gruppe bei Weitem nicht erreichen, hat der Westwind hier ein leichtes Spiel. Das Wettergeschehen am Mont Blanc kann von einer Stunde auf die andere eine dramatische Wendung nehmen. Der Wind kann hier gleich aus drei Richtungen voll angreifen. Einzig im Osten besteht ein geringer Schutz.

Wenn im französischen Charmonix und im italienischen Courmayeur noch eitel Sonnenschein und angenehme Temperaturen herrschen, kann es in der Gipfelregion bereits heftige Stürme und starke Schneefälle geben. Sie treten fast ohne Vorwarnung auf und erfordern schon einige meteorologische Kenntnisse, um rechtzeitig den Rückzug zu den Schutzhütten oder der Biwakschachtel antreten zu können.

Eine Föhnwetterlage führt auf dem Gipfel des Mont Blanc immer zu heftigen Schneestürmen auf der dem Wind zugewandten Seite. Auf der Gegenseite muss man dann ebenfalls mit starken Fallwinden rechnen, die in der Gipfelregion eine trockene eisige Kälte bringen und sich auf dem Weg nach unten immer mehr erwärmen.

Besonders die Nordseite des Mont Blanc zeigt mit ihren gigantischen Gletschern, welche Niederschlagsmengen die von Norden heran drängenden Luftmassen hier verlieren müssen, ehe sie ihren Weg fortsetzen können. Sie haben dafür gesorgt, dass das gesamte obere Drittel des Berges von Eis bedeckt ist. Dabei weist das Eis hier die Besonderheit auf, dass es besonders schnell nach unten wandert. Im Laufe eines Tages kann es einen Weg von bis zu einem halben Meter zurück legen. Das erweist sich als ein besonders Risiko für die Bergsteiger, denn dadurch reißt die Eiskruste besonders schnell auf und bildet tückische Hohlräume.