Der Föhn an der Nordseite der Alpen

Wer zum Beispiel im Allgäu wohnt, der erkennt schon beim ersten Blick auf den Himmel, ob ihn beim Gang nach draußen der Föhn erwartet. Über den Gipfeln scheinen dann die Wolken in kleine Fetzen gerissen zu werden. Der Wind presst sie zu kleinen wie plattgedrückt scheinenden linsenartigen Objekten zusammen, die der Fachmann auf Lateinisch Lenticularis Wolken und der Volksmund Föhnfische nennt. Diese scheinen in der Luft fest zu stehen, obwohl eigentlich ein starker Wind weht.

Eine charakteristische Föhnwetterlage am Alpennordrand zeigt sich warm und trocken. Die Wolken haben ihre Last an der Südseite der Alpen beim Aufstieg bereits komplett fallen gelassen. Das ist auch der Grund, warum sich die Luft beim Abstieg so schnell erwärmen kann. Sie hat nicht mehr so viel Feuchtigkeit, über die der Energieausgleich erfolgen könnte.

Ein besonders starker Föhn an der Nordseite der Alpen entsteht, wenn vom Mittelmeer her ein Hochdruckgebiet durch den aus Süden wehenden Wind an die Bergkämme gedrückt wird und sich im Norden gerade ein Tiefdruckgebiet befindet. Dann werden die Luftmassen von dem Tiefdruckgebiet eingesaugt und es kann lokal auch zu heftigen Stürmen kommen. Bringt das Tiefdruckgebiet besonders nasse Luft mit, kann die aus dem Föhnwind stammende Wärmeenergie zur Ausbildung von kräftigen Gewittern führen, die sich nicht nur im Alpenvorland, sondern auch weit darüber hinaus austoben.

In Deutschland werden Föhnwetterlagen in den Wetterberichten in Rundfunk und Fernsehen besonders heraus gehoben. Auch im Biowetter gelten sie als sehr markant, weil es dann besonders viele Menschen gibt, die sich dem Problem Wetterfühligkeit gegenüber sehen. Die Palette der möglichen Symptome kann von Kopfschmerzen über Kreislaufattacken bis hin zu rheumatischen Schüben reichen, die durch die plötzlichen Temperaturunterschiede und die krassen Luftdruckunterschiede verursacht werden.