Das Klima in den Ostalpen

Die Ostalpen müssen klimatisch in einen südlichen, einen mittleren und einen nördlichen Bereich unterteilt werden. Der Süden der Ostalpen wird vor allem vom Wettergeschehen im Mittelmeer bestimmt. Gibt es dort besonders viele Luftmassen, die nach Norden drängen, nimmt die Niederschlagsbereitschaft deutlich zu. Das liegt ursächlich daran, dass die aus Süden kommenden Luftmassen warm sind und so mehr Feuchtigkeit aufnehmen können. Das Mittelmeer übt allerdings andererseits einen ausgleichenden Einfluss auf die Temperatur aus. Die Winter sind hier milder als in den trockeneren nördlichen Regionen. Bei einem Monatdurchschnitt im Januar und Februar knapp unter null Grad ist hier aber eine enorm hohe Schneesicherheit garantiert. Falls das mal nicht zutreffen sollte, haben die Tourismusvereine gut vorgesorgt und Schneekanonen an den Pisten platziert.

Die mittleren Ostalpen unterliegen sehr oft dem Einfluss der Westwinde. Wie kann das sein, wenn doch genau in dieser Richtung die höchsten Massive der Alpen liegen, mag sich jetzt so mancher Leser fragen. Um die Antwort darauf zu finden, muss man sich die geologischen Strukturen der Alpen einmal genauer anschauen. Auf dem Atlas wird das sicher nicht so deutlich wie auf einen aus dem Weltraum geschossenen Foto, aber die Alpen besitzen tiefe Furchen, die sich von Westen nach Osten ziehen. Solche Furchen finden sich weltweit bei allen Gebirgen, die durch eine Faltung der Erdkruste entstanden sind. Diese Furchen machen den Weg frei für den Westwind, der atlantische Luftmassen bis weit in die Alpen hinein schieben kann. Bis sie die Ostalpen erreichen, haben sie aber viel von der mitgeführten Feuchtigkeit schon als Regen oder Schnee verloren, was dazu führt, dass auch die mittleren Ostalpen deutlich geringere Niederschläge aufweisen als beispielsweise die Westalpen oder die südlichen und nördlichen Bereiche der Zentralalpen.

Der Norden der Ostalpen wird von Kontinentalklima geprägt. Das wird durch geringe Niederschläge und große Temperaturunterschiede geprägt. Schaut man sich die Karte an, sind es die großen russischen Landflächen, auf denen sich die aus Nordosten kommenden Luftmassen abregnen können. In dieser Region gibt es auch erheblich größere Unterschiede zwischen den Tages- und Nachttemperaturen. Die Sommer können trotz der Höhe sehr warm und die Winter eisig werden.