Der Klimawandel und die Regenmengen in den Alpen

Bei der Entwicklung der Regenmengen in den Alpen gibt es leider nicht so genaue Aufzeichnungen wie diejenigen, die man zur Bewertung der Temperaturentwicklung heran ziehen kann. Das liegt vor allem daran, dass man zur Beobachtung der Regenmengen ein viel engmaschigeres Netz zur Verfügung haben müsste.

Doch man ist mit den Forschungen zur Klimahistorie der Alpen zumindest so weit vorgedrungen, dass man herausgefunden hat, dass es ähnlich wie bei der Temperatur regelmäßige Schwankungen gibt. Ein Trend bei der Menge der erfassten Niederschläge lässt sich konkret nur im Winterhalbjahr fest machen. Seit der Mitte des 20. Jahrhunderts sinkt die Menge der Niederschläge im Winterhalbjahr ab.

Bei den sommerlichen Niederschlägen zeigen sich deutlich kurzfristigere Schwankungen. Hier sind Abweichungen zu beobachten, die sich im Wechsel von wenigen Jahrzehnten bemerkbar machen. Wenn man sehr genau auf die Diagramme mit den Messdaten schaut, dann kann man feststellen, dass die sommerliche Regenmenge leicht angestiegen ist.

Hier muss man allerdings auch ins Kalkül ziehen, dass es durch die globale Erwärmung immer häufiger zu lokalen Ereignissen kommt, bei denen hohe Niederschlagsmengen in einem eng begrenzten Gebiet fallen. Diese Messdaten fließen in die Ermittlung der Jahresdurchschnitte immer mit ein. Und die Alpen sind prädestiniert für Gewitter, die sich im Staubereich bei Föhnwetterlagen ausbilden können. Dort sind fünfzig Liter auf den Quadratmeter und mehr innerhalb weniger Stunden leider keine Seltenheit mehr.

Insgesamt scheinen die Regenmengen in den Alpen (noch) stabil zu sein. Wie sich das ändern wird, wenn das Klimapolster Gletscher weggefallen ist, dazu gibt es heute nur hypothetische Hochrechnungen.