Schlammlawinen in den Alpen

Die Bildung von Schlammlawinen ist in den Alpen keine Seltenheit. Das Baumsterben ist in diesen Regionen ebenfalls schon angekommen und außerdem gibt es vor allem in höheren Lagen Regionen, die überhaupt keinen schützenden Bewuchs aufweisen. In einigen Regionen bestehen die Berge aus Materialien, die durch Umwelteinflüsse in winzig kleine Bruchstücke aufgespalten werden können. Kommt dort noch reichlich Wasser dazu, ist die Wahrscheinlichkeit einer Schlammlawine sehr hoch.

Es gibt einige Stellen in den Alpen, wo unter der Mithilfe von Wasser, das sowohl durch unmittelbare Niederschläge als auch durch Schmelzwasser dorthin gelangen kann, ganze Berghänge abrutschen können. Diese Gefahr besteht besonders dort, wo Stürme ganze Schneisen aus abgebrochenen Bäumen in die Hänge geschlagen haben und keine Aufforstung erfolgt ist. Die übrig gebliebenen Wurzeln sterben ab, vermodern und die Böden verlieren den Halt, den sie vorher durch die Wurzeln der Bäume hatten. Deshalb sollte man es unbedingt vermeiden, sich unterhalb solcher Windbruchgebiete aufzuhalten.

Auch bestimmte Wetterlagen erhöhen die Gefahr von Schlammlawinen. Drückt ein feuchtes Hochdruckgebiet gegen die Seite des Bergrückens, die man erkunden möchte, ist äußerste Vorsicht geboten. Außerdem macht das Wandern und Klettern dann ohnehin keinen Spaß, weil man ständig mit Regen oder Schnee rechnen muss. Beim Aufsteigen muss die Luft nämlich Energie abgeben und das geschieht in der Regel über einen ausgiebigen Niederschlag.

Schlammlawinen sind noch gefährlicher als Schneelawinen, weil sie alles mitreißen, was sich ihnen in den Weg stellt. Das können ganze Baumstämme, aber auch die Wände und Dächer von Schutzhütten sein. Sollte man das Geräusch einer solchen Lawine hören, ist schnelle Orientierung und Flucht angesagt. Kleine Felshöhlen, aber auch die Wipfel starker Bäume können hier zum rettenden Ort werden. Wenn dann im Hotel noch jemand Bescheid weiß, in welchem Gebiet man wandern wollte, ist die Wahrscheinlichkeit recht hoch, dass einen die Rettungskräfte rechtzeitig finden können.