Der Föhn an der Südseite der Alpen

An der Südseite der Alpen wird der Föhn regional unterschiedlich bezeichnet. In Italien sollte man hellhörig werden, wenn das Stichwort „favonio“ fällt oder die Einheimischen sich in Italien oder Slovenien über den „vento di caduta“ unterhalten. In Südfrankreich wird der Fallwind der Alpen Mistral genannt.

Eine Föhnwetterlage an der Südseite der Alpen entsteht immer dann, wenn von Norden ein Hochdruckgebiet gegen die Alpen drückt. Besonders extrem fällt der Fallwind aus, wenn sich am Südrand der Alpen zufällig zeitgleich ein Tiefdruckgebiet befindet. Dann gleicht der Föhn die Luftdruckunterschiede zwischen den beiden Wettergebieten aus.

Nach der thermodynamischen Föhntheorie kühlen sich die Luftmassen beim Aufsteigen ab. Da die Menge an Wasser, die die Luft aufnehmen kann, immer auch von der Temperatur abhängig ist, fällt an der Nordseite der Alpen dann Regen oder Schnee. Dieser verstärkt sich mit steigender Höhe, so dass eine Föhnwetterlage auf der Hochdruckseite auch gern mit einem heftigen sommerlichen Gewitter oder einem winterlichen Schneesturm einher gehen kann. Da von Norden immer mehr Luftmassen nachschieben, wird die nun deutlich trockenere Luft über den Bergkamm geschoben. Dabei entstehen die typischen Wolkenfetzen, an denen die Einheimischen unmittelbar bevorstehende Föhnwetterlagen treffsicher erkennen können.

Die Luft sinkt an der Südseite der Alpen wieder ab. Dabei erwärmt sie sich. Da sie ihre Energie nicht so schnell über die Aufnahme von Feuchtigkeit wieder kompensieren und abgeben kann, erwärmt sie sich deutlich schneller, als sie sich beim Abregnen und Aufsteigen abgekühlt ist. Föhnwetterlagen an der Südseite der Alpen sind also immer davon gekennzeichnet, dass es beispielsweise in Italien oder Südfrankreich deutlich wärmer ist als in Deutschland oder dem Norden der Schweiz und Österreichs. Tritt an der Südseite der Alpen Föhn auf, dann regnet oder schneit es auf jeden Fall an der Nordseite der Alpen.