Das Klima der Westalpen

Wenn man einen Einblick in das Wettergeschehen der Westalpen haben möchte, braucht man sich nur die Klimadiagramme von Wintersportorten wie Geneve oder Lousanne anzuschauen. In den Monaten Oktober bis März kann man hier von drei bis fünf Sonnenstunden pro Tag ausgehen. Im Oktober ist hier mit einer Durchschnittstemperatur von fast zehn Grad Celsius noch so mancher schöne Herbsttag zu erwarten. Im November sinkt sie rasch ab und liegt in der Adventszeit gerade einmal noch knapp über der Null Grad Grenze. Der kälteste Monat ist hier der Januar, der mit einer durchschnittlichen Temperatur von minus 0,1 Grad Celsius zu Buche schlägt. Im Februar wird ein Schnitt von plus 1,2 Grad und im März 3,7 Grad Celius erreicht. Die Unterschiede zwischen den Tages- und Nachtemperaturen liegen in den Westalpen im Winterhalbjahr zwischen fünf und acht Grad.

Im Sommerhalbjahr können die Temperaturunterschiede zwischen Tag und Nacht durchaus auch bis zu zwölf Grad betragen. Die höchsten Mittelwerte werden in den Monaten Juli und August mit siebzehn bis achtzehn Grad Celsius erreicht. Das ist ideales Wander- und Kletterwetter, wobei man beachten sollte, dass im August die Niederschlagsneigung etwas höher ist. Die höchsten Niederschlagsmengen werden in den Westalpen im Juni und im November verzeichnet.

Doch wovon wird das Klima hier beeinflusst? Es sind die Westwinde, die hier feuchte und kühle Luftmassen im Sommer und milde und ebenfalls feuchte Luftmassen im Winter vom Atlantik heranbringen. Deshalb ist hier die Durchschnittstemperatur deutlich ausgeglichener als in anderen Alpenregionen. Das zeigt sich auch im nordwestlichen Teil der Alpen, wo sich allerdings zusätzlich der Einfluss von skandinavischen Hoch- und Tiefdruckgebieten zeigt.

Der atlantische Einfluss zeigt sich bis weit in die Alpentäler hinein. Das hat geologische Ursachen. Die Alpen sind ein Faltengebirge, dessen Kämme vorwiegend in Richtung Ost West verlaufen. Die Luftmassen müssen in diesen Quertälern keine so hohen Gipfel überwinden, dass sie sich komplett abkühlen und abregnen müssten. Je mehr man allerdings ins Innere des Gebirges vordringt, desto trockener und kühler wird es. Diese Tatsache ist auch der Kühlung durch die Eismassen der Gletscher zu danken, die allerdings in den nächsten Jahrzehnten deutlich an Kraft verlieren wird.